
Kilianstag
St. Kilian
stellt Schnitter an.
Bauernweisheit
Heute ist der Tag des heiligen St. Kilian. Der irische Wanderbischof wurde im Jahr 689 zusammen mit seinen ebenfalls aus Irland stammenden Begleitern Kolunat und Totnan während seiner Missionstätigkeit in Würzburg getötet. Ein halbes Jahrhundert später wurden Kilians Reliqiuen in das dortige Neumünster überführt, wo Karl der Große dem Heiligen im Jahr 788 seine Verehrung erwies. Dadurch richtete sich die allgemeine Aufmerksamkeit auf den "Frankenapostel" und es entstand bald eine der bedeutendsten Wallfahrten Deutschlands.
Der sich im 11. Jh. entwickelnde, ursprünglich zur Versorgung der Pilgerscharen dienende Markt, die Kiliani-Messe, hat sich mit Unterbrechungen bis in unsere Tage erhalten und findet nun unter dem Namen "Mainfrankenmesse" statt. Schon damals wurden neben Nahrungsmitteln auch wertvolle Objekte aus Edelmetallen und andere Luxusgegenstände angeboten, heute gehören zum Programm außerdem Handwerks- und Lehrschauen. Kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges war es übrigens Brauch, Häftlinge freizulassen und sie an der Kiliansprozession teilnehmen zu lassen. Nach dem Gottesdienst mußten sie Urfehde schwören (das eidliche Versprechen eines Verurteilten, sich nicht zu rächen) und galten danach als freie Bürger.
Quelle:
Kulinarisch-ergötzliches Jahrbuch der Feiern und Feste, Gerstenberg
Verlag Hildesheim
Erstveröffentlichung am 8. Juli 1999
7. Juli 2010