Mittwoch, 14. Juli 2010
14.7.1817 - Todestag der Schriftstellerin Germaine Baronin de Staël
Heute vor 193 Jahren, am 14.7.1817, starb die französische Schriftstellerin Germaine Baronin de Staël, die als eine der gebildetsten und geistreichsten Frauen ihrer Zeit galt. Geboren am 22.4.1766 in Paris, wuchs sie in ihrer Geburtsstadt auf, wo ihr Vater Finanzminister Ludwigs XVI. war und ihre Mutter, eine Schriftstellerin, einen gefragten Salon unterhielt. Dort hatte sie schon früh Umgang mit Vertretern der französischen Aufklärung. Nach einer 1786 geschlossenen kurzen und unglücklichen Ehe mit einem schwedischen Baron begann sie zu schreiben und wurde mit einer enthusiastischen Darstellung der Ideen Rousseaus bekannt. Ihre Sympathien für die französische Revolution verloren sich jedoch rasch, 1792-95 flüchtete sie in die Schweiz und lebte seit ihrer Verbannung durch Napoleon 1803-15 ständig im Ausland. In dieser Zeit unternahm sie viele Reisen, u.a. nach Deutschland, wo sie u.a. Goethe, Schiller, Fichte und die Brüder Schlegel kennenlernte.
Ermutigt durch ihren langjährigen Begleiter August Wilhelm Schlegel schrieb Germaine de Staël ihr sechsbändiges Hauptwerk "Über Deutschland", in dem sie ihren französischen Landsleuten unbefangen und vorurteilsfrei von den weithin unbekannten Nachbarn berichtete und dem französischen Rationalismus die deutsche Romantik gegenüberstellte. Obwohl die erste Ausgabe 1810 wegen Deutschlandfreundlichkeit auf Geheiß Napoleons vernichtet wurde, wirkte ihre Charakterisierung, in der sie Landschaft, Klima und Volkswesen als literaturbildende Faktoren schilderte und eine Literaturgeschichte der Goethezeit entwarf, lange Zeit nach und prägte das Deutschlandbild der Franzosen ("Land der Dichter und Denker") für das gesamte 19. Jahrhundert. Außerdem schrieb sie zwei (autobiographische) Romane, in denen sie sich für die Gleichberechtigung der Frau einsetzte.
Quelle:
Chronik des 19. Jahrhunderts, Chronik Verlag
Erstveröffentlichung am 14. Juli 1999
13. Juli 2010