Samstag, 17. Juli 2010
17.7.1841 - Die Nummer 1 der Satirezeitschrift "Punch" erscheint
Heute vor 169 Jahren, am 17.7.1841, erschien in England die erste Nummer der Satirezeitschrift "Punch - The London Charivari", die sich zur weltweit langlebigsten Zeitschrift dieses Genres entwickeln sollte. Sie war das Produkt einer Entwicklung, die sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts abzeichnete: Neben den schon bestehenden konservativ orientierten Zeitschriften kamen immer mehr kritische Blätter auf den Markt, die aktuelle politische oder gesellschaftliche Themen aufgriffen und mit Witz und Biß anpackten. Namensgeber des Punch war eine Figur aus dem bekannten Puppentheater "Punch and Judy Shows", die die Leserschaft in gezeichneter Form begleitete - zunächst als Spaßvogel, später als nörgeliger "Mr. Punch".
Vorbild des Londoner Blattes war die 1832 in Paris gegründete satirisch-literarische Tageszeitung "Le Charivari" (was soviel wie "Straßenlärm" oder "Katzenmusik" bedeutet), von der der Punch seinen Untertitel entlehnte. Anders als der Charivari jedoch, der sich vor allem der politischen Satire widmete, beschäftigte sich der Punch anfangs eher mit sozialen Themen, wandte sich aber schon ab den 1850er Jahren vornehmlich dem Lebensstil der gehobenen britischen Mittelklasse zu - was sich als ausgesprochen erfolgreiches Konzept erwies, denn er wurde schon bald zu einem unverzichtbaren Bestandteil des britischen Alltags im viktorianischen Zeitalter.
Auch in Deutschland kamen ähnliche Blätter heraus, wie etwa die seit 1844 erscheinenden "Fliegenden Blätter", die eine eher zurückhaltende politische Kritik übten, oder die sich im Vergleich dazu wesentlich schärfer äußernde Zeitschrift "Kladderadatsch" (ab 1848), die zum kritischen Kommentator der 1848er Revolution wurde.
Quelle:
Chronik des 19. Jahrhunderts, Chronik Verlag
Erstveröffentlichung am 17. Juli 1997
16. Juli 2010