Freitag, 23. Juli 2010
23.7.1562 - Todestag des Reichsritters Götz von Berlichingen
Heute vor 448 Jahren, am 23.7.1562, starb der deutsche Reichsritter Götz von Berlichingen (geb. um 1480), der heute wohl vor allem durch das berühmt-berüchtigte Zitat aus Goethes "Götz von Berlichingen" bekannt ist ("Leck mich ..."). Berlichingen führte zahlreiche Fehden in eigener Sache und war als freier Reichsritter ein treuer Vasall von Fürsten und Herzögen. Nachdem er im Landshuter Erbfolgekrieg 1504 durch eine Geschützkugel seine rechte Hand verloren hatte, ließ er sich nach eigener Konstruktion eine Prothese anfertigen, eine der frühesten künstlichen und voll beweglichen Gliedmaßen. Als "Ritter mit der eisernen Hand" bekämpfte Berlichingen, der bald mehrfach geächtet war, in zahlreichen Fehden geistliche Fürsten und Städte. Mehrere Versuche, die Reichsexekution gegen ihn durchzuführen scheiterten, weil er von Standesgenossen unterstützt wurde. Beim Sturz seines Dienstherren Herzog Ulrich von Württemberg (1519), mit dem er gegen den Schwäbischen Bund gekämpft hatte, wurde Berlichingen schließlich gefangengenommen. Die Stadt Heilbronn entließ ihn erst 1522 nach Schwören der Urfehde aus der Haft. Während des Bauernkriegs 1525 übernahm Berlichingen die Führung der Odenwalder Bauern, ließ sie jedoch nach vier Wochen im Stich. Vom Schwäbischen Bund gefangengesetzt, wurde er erst nach mehrjährigen Prozessen 1530 vom Reichskammergericht freigesprochen. Mit Kaiser Karl V. kämpfte er gegen die Türken (1542) und gegen Frankreich (1544). Mit 80 Jahren schrieb Götz von Berlichingen seine Lebensgeschichte, die Goethe als Quelle für seine verklärende Gestaltung des Ritters benutzte.
Quelle:
Chronik der Deutschen, Chronik Verlag
Harenberg Personenlexikon Band 1, Harenberg Verlag, 1983
Erstveröffentlichung am 23. Juli 1999
22. Juli 2010