Montag, 9. August 2010
9.8.1896 - Otto Lilienthal verunglückt bei einem Gleitflugversuch
Heute vor 114 Jahren, am 9.8.1896, verunglückte der deutsche Ingenieur und Flugpionier Otto Lilienthal bei einem seiner zahlreichen Flugversuche und starb am folgenden Tag in einem Berliner Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.
Der im pommerschen Anklam geborene Lilienthal beschäftigte sich schon als Kind mit Flugmodellen. Nach Abschluß eines Ingenieurstudiums baute er in Berlin eine Maschinenfabrik auf und sicherte sich wirtschaftlich durch Patente im Bau von Dampfkesseln und Bergwerksmaschinen ab. Seinen berühmten Flugversuchen, die er zusammen mit seinem Bruder Gustav unternahm, gingen jahrelange wissenschaftliche Untersuchungen der Aerodynamik und technische Experimente in seiner Werkstatt voraus. Die Ergebnisse dieser Arbeit legte er in dem 1889 erschienenen Buch "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst, ein Beitrag zur Systematik der Flugtechnik", dar. Lilienthals Studien zur Aerodynamik beruhten auf einer anderen Grundlage als die Leonardo da Vincis. Während dieser den Flügelschlag des Adlers als Beispiel anführte, bezog Lilienthal sich auf den Segelflug der Störche. Von 1891-96 gelangen die ersten Gleitflüge, die sich von anfangs 25 m bis zu 300 m steigerten. Insgesamt 18 Flugapparate konstruierte Lilienthal, vom Schlagflügel- bis zum Gleitflugzeug. Als die erfolgreichsten Modelle erwiesen sich seine Ein- und Zweidecker-Hängeflugzeuge, die durch Gewichtsverlagerung von Rumpf und Beinen gesteuert wurden. Durch seine Pionierleistung wurden die Gebrüder Wright, denen 1903 der erste gesteuerte Motorflug gelang, zu ihren Flugunternehmungen angeregt.
Quelle:
Chronik der Deutschen, Chronik Verlag
Chronik des 19. Jahrhunderts, Chronik Verlag
Erstveröffentlichung am 9. August 2001
8. August 2010