Dienstag, 10. August 2010
10.8.1881 - Eröffnung der ersten internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris
Heute vor 129 Jahren, am 10.8.1881, wurde in Paris die erste internationale Elektrizitätsausstellung eröffnet. Auf Einladung des französischen Postministers Louis Adolphe Cochery waren 1786 Aussteller aus 15 Ländern gekommen, um ihre neuesten Entwicklungen im Bereich der Elektrizität zu zeigen.
Die Ausstellung, die großes Aufsehen sowohl beim Fachpublikum als auch in der Öffentlichkeit erregte, gilt als auslösendes Element für die Elektrifizierung in Europa. Insbesondere beeindruckte der Auftritt des Amerikaners Thomas Alva Edison, der 1000 Exemplare seiner zwei Jahre zuvor entwickelten Glühlampen mitbrachte und ein komplettes Beleuchtungssystem vorführte. Der deutsche Ingenieur Emil Rathenau war davon so beeindruckt, daß er den Entschluß faßte, Edisonsche Beleuchtungsanlagen in Lizenz nachzubauen. 1883 gründete er in Berlin die Deutsche Edison-Gesellschaft DEG (1887 in Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft umbenannt) und wurde damit zum deutschen Pionier der Elektrizizätswirtschaft.
Voraussetzung für die Verbreitung der auf dieser Ausstellung gezeigten Neuerungen war jedoch eine preiswerte Stromversorgung. Bislang existierten als Stromquellen nur Einzelgeneratoren, galvanische Elemente (Batterien) und Akkumulatoren, die sich jedoch nicht für den täglichen Gebrauch eigneten. Edison, der dieses Problem erkannte, bot für sein Glühlicht bald auch eine passende Stromversorgung an - die ersten öffentlichen Kraftwerke gingen 1882 in London und New York in Betrieb. Rathenaus DEG errichtete 1884 in Berlin ein Kraftwerk für 1800 Glühlampen und 18 Bogenlamlampen. Lange Zeit blieb der Strom jedoch nur wenigen vorbehalten, weil er sehr teuer war.
Quelle:
Chronik des 19. Jahrhunderts, Chronik Verlag
Erstveröffentlichung am 10. August 1998
9. August 2010