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KALENDERBLATT/4926: Kurzweiliges für den 12.08.2010 (SB)



Waldstück im Licht der Morgensonne   - Foto: © 2010 by Schattenblick

Morgensonne
Foto: © 2010 by Schattenblick


12.8.1896 - Goldvorkommen am Klondike entdeckt
12.8.1859 - Erste erfolgreiche Bohrung nach Erdöl in den USA


Heute vor 114 Jahren, am 12.8.1896, entdeckte der US-Amerikaner George Washington Carmack am Klondike Creek, einem Nebenarm des Klondike im Nordwesten Kanadas, ein ergiebiges Goldvorkommen. Dieser Fund wurde zum Auslöser des zweiten und letzten großen Goldrausches in den USA (der erste fand 1848/49 in Kalifornien statt). Schon um 1870 waren Goldsucher in die kanadische Yukon-Region gekommen; am Anfang der 90er Jahre wurden erste größere Goldfunde an den Seitenarmen des Yukon im Grenzgebiet zu Alaska gemacht, die jedoch nicht so spektakulär waren, daß sie viele Menschen anlockten.

Das änderte sich nun schlagartig: Noch im selben Jahr reisten Tausende von Goldsuchern zum Klondike. Als die ersten von ihnen 1897 mit ihren Goldfunden heimkehrten, verbreitete sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer in den ganzen USA. Etwa 100.000 Menschen - viele von ihnen durch die drückende Wirtschaftskrise getrieben - nahmen den harten Weg (880 km durch unwegsames Gelände) in den eisigen Norden auf sich, um ihr Glück zu machen. Nur wenige von ihnen fanden es tatsächlich: etwa 4000, von denen wiederum nur ein Bruchteil zu wirklichem Reichtum kam. Bis zur Jahrhundertwende förderten große Bergwerksunternehmen noch für etwa 300 Mio. US-Dollar Gold am Klondike, danach waren die Vorkommen weitgehend erschöpft.

Weniger bekannt ist vielleicht, daß genau 37 Jahre zuvor ein weiterer bedeutender Rohstoff-Fund gemacht wurde: Am 12.8.1859 brachte der arbeitslose Eisenbahnschaffner Edwin Laurentine Drake 1859 im Oil Creek bei Titusville im US-Bundesstaat Pennsylvania die erste Erdölbohrung nieder. Der Fund löste einen Ölrausch, vergleichbar mit dem kalifornischen Goldrausch des Jahres 1848 aus, und revolutionierte auf lange Sicht die Energiewirtschaft. Drake, der in ein Unternehmen investiert hatte, das Erdöl für medizinische Zwecke nutzte, hatte die Ergiebigkeit seiner Sickerquelle steigern wollen und bohrte den Untergrund ähnlich wie bei Solequellen an. Der Vorstoß in 22 m Tiefe führte zum Erfolg: rund 1500 Liter Öl lieferte die Quelle von nun an täglich. Obwohl man in den USA schon in den 1840er Jahren bei Bohrungen nach Salz auf Erdöl gestoßen war, gab erst der Fund in Pennsylvania den Anstoß für die Entwicklung einer Erdölindustrie. Drake selbst brachte seine Unternehmung wenig Glück: Er hatte es unterlassen, Bohrrechte und Grundstücke zu erwerben und verlor sein Vermögen vier Jahre später an der Börse.

Erdöl war zu jener Zeit schon lange bekannt: In der Antike wurden Erdölprodukte u.a. zur Abdichtung von Schiffen verwendet, im Mittelalter und bis ins 19. Jh. hinein diente es auch zur Herstellung von Medikamenten; geschäftstüchtige Apotheker verkauften Erdöl als Mixtur gegen Krankheiten. Erst in den 30er Jahren des 19. Jhs. erkannte man die Brennfähigkeit dieses Stoffes, der bald das bis dahin als Lampenbrennstoff verwendete teure und stark riechende Walöl ablöste. Vor allem seit der Erfindung der Petroleumlampe mit nachführbarem Docht und Zugzylinder 1855 begann die Nachfrage nach dem billigeren Erdöl größer zu werden.


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Quelle:
Chronik des 19. Jahrhunderts, Chronik Verlag


Erstveröffentlichung am 12. August 1997 (Klondike) und am 12.8.2001 (Erdöl)

11. August 2010



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