
19.8.1839 - Offizieller "Geburtstag" der Fotografie
Heute vor 171 Jahren, am 19.8.1839, wurde in der Akademie der Wissenschaften in Paris ein neues Abbildungsverfahren, die Daguerrotypie, einem großen Publikum vorgestellt. Dieses Datum gilt im allgemeinen als "Geburtstag" der Fotografie.
Die Daguerrotypie geht auf Arbeiten von Joseph Nicéphore Niepce (1765-1833) und Jaques Daguerre (1787-1851) zurück. 1816 entwickelte Niepce ein Verfahren zur Wiedergabe von Bildern auf lichtempfindlich gemachtem Asphalt. 1837 fand Daguerre eine Methode zum Fixieren von Bildern, die er in der Camera obscura durch Belichtung einer mit Silberjodid beschichteten Kupferplatte aufgenommen hatte. Bei den so gewonnenen, seitenverkehrten, positiven Bildern handelte es sich um Unikate, von denen keine Abzüge gemacht werden konnten.
Schon am 31.1.1839 stellte der Brite William Henry Fox Talbot (1899-1877) sein Verfahren der Talbotypie der Öffentlichkeit vor, das richtungweisend für die Zukunft der Fotografie werden sollte: Er stellte Negative her, von denen durch Kontaktbelichtung beliebig viele seitenrichtige Papierabzüge gemacht werden konnten. Während diese Methode der reproduzierbaren Fotografie auf die Zukunft des Mediums verwies, fühlte sich der Kunstmaler Daguerre, dessen Lichtbilder als Kunstwerke galten, weil sie mit Hilfe des Lichts gleichsam von der Natur selbst geschaffen wurden, einzig der akkuraten Abbildung der Natur verpflichtet und wandte sich strikt gegen die Forderung, sein Verfahren für die Vervielfältigung von Bildern auszunutzen oder weiterzuentwickeln.
Quelle:
Chronik des 19. Jahrhunderts, Chronik Verlag
Erstveröffentlichung am 19. August 1999
18. August 2010