Freitag, 27. August 2010
27.8.1965 - Todestag des Architekten Le Corbusier
Heute vor 45 Jahren, am 27.8.1965, starb der französisch-schweizerische Architekt und Städteplaner Le Corbusier (eigtl. Charles Édouard Jeanneret, geb. 6.10.1887). Le Corbusier, der durch seine Baukunst weltbekannt wurde, war auch ein vielbeachteter Schriftsteller, Bildhauer und Maler. Nach einer Ausbildung zum Graveur studierte er Architektur bei berühmten Meistern dieses Fachs in Paris, Wien und Berlin. Ab 1917 lebte er vorwiegend in Paris, wo er als Maler tätig war und u.a. den Purismus begründete, eine Stilrichtung, die die rein funktionierende Maschine zum Leitbild erhob und die Ästhetik des Kubismus ablösen sollte. Ab 1925 wandte Le Corbusier sich verstärkt der Architektur zu. In seinen Schriften formulierte er eine Erneuerung der Architektur, die dem Grundsatz der unverhüllten Materialwirkung folgen und auf die Wohnbedürfnisse der Menschen abgestimmt sein sollte. Im Stahlbetonbau mit seinem auf nur wenige Stützen beschränkten System, das tragende Wände entbehrlich machte, fand er neue Möglichkeiten des Bauens. Schon früh beschäftigte sich Le Corbusier mit städtebaulichen Plänen, die lockere Gruppen von vielstöckigen Wohneinheiten in einer Umgebung von weiten Parkflächen vorsahen. Realisiert wurden diese Projekte u.a. in Marseille, Nantes, Berlin und Paris. Die Abmessungen der jeweils zweigeschossigen Wohnungen, die über einen Hauptraum verfügen, der durch beide Stockwerke geht, richten sich nach dem von ihm entwickelten "Modulor", einer Reihe von Maßeinheiten, denen die Maße des menschlichen Körpers zugrundeliegen.
Quelle:
Harenberg Personenlexikon Band 1, Harenberg Verlag, 1983
Erstveröffentlichung am 27. August 1998
26. August 2010