
Hopfenernte ...
Der September ist die Zeit der Hopfenernte. Früher kamen die Hopfenzupfer meist aus den Städten, um das Familieneinkommen etwas zu erhöhen. Die Ernte dauert den ganzen September über. Das Ende der Ernte wird traditionell mit einem großen Abschiedsmahl, dem "Hopfenmahl" gefeiert. Während die "Stangler" auf den Feldern die letzten Reben vom Hopfengerüst holen und die "Zupfer" schon mal ihren "Vadeanscht" ausrechnen, geht es in der Küche der Hopfenbäuerin hoch her. Nachdem der "letzte Hopfa" unter Zieharmonikabegleitung auf den Hof eingebracht wurde und der beredste unter den Pflückern feierlich für die "guat Lodschi und de feine Kost" gedankt hat, geht es zu Tisch. Das Hopfenmahl beginnt gewöhnlich mit einer Brotsuppe, gefolgt von Schweinebraten, Gurken- und Kartoffelsalat und natürlich reichlich Bier. Nach dem Mahl spielt das "Maurerklavier", die Zieharmonika oder der "Votzhobel", die Mundharmonika, zum Hopfentanz auf.
Der Qualitätshopfenbau wird hauptsächlich in Süddeutschland betrieben, bis heute hauptsächlich in kleinbäuerlichen Spezialkulturen. Hopfen war schon bei den Griechen und Römern bekannt. Als Bierwürze wird er in Deutschland seit dem 8. Jahrhundert angebaut.
Quelle:
Vom Volksbrauch im Herbst (I), Deutsche Hoffmann - La Roche AG.,
Grenzach/Baden
Erstveröffentlichung am 2. September 1998
1. September 2010