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ZIVILRECHT/585: Nutzungsausfall auch für Fahrrad (DAV)


Deutscher Anwaltverein (DAV) - Tipps des Monats der Deutschen Anwaltauskunft, Dezember 2012 - Berlin, 6. Dezember 2012

Ressort: Ratgeber/Service/Recht

Nutzungsausfall auch für Fahrrad



Lübeck/Berlin (DAV). Nicht nur in Städten werden Fahrräder auch zur täglichen Fahrt zur Arbeit genutzt. Wird dann ein Fahrrad durch einen Unfall beschädigt und muss repariert werden, kann man - wie bei einem PKW - Nutzungsausfall verlangen. Die Deutsche Anwaltauskunft informiert über ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Lübeck vom 8. Juli 2011 (AZ: 1 S 16/11).

Der Inhaber einer Autovermietungsfirma fährt täglich mit dem Fahrrad (Neupreis 4.000 Euro) zur Arbeit. Als das bei einem Unfall beschädigt wurde, fielen rund 1.900 Euro Reparaturkosten an. Der Besitzer konnte das Rad 35 Tage nicht benutzen, da es in dieser Zeit in der Reparatur war. Der Mann verlangte für den Nutzungsausfall rund 1.000 Euro.

Nachdem das Amtsgericht die Klage des Radlers noch abgewiesen hatte, hatte er beim Landgericht teilweise Erfolg: Die Richter bejahten einen Anspruch auf Nutzungsausfall in Höhe von 195,90 Euro. Es dürfe nicht unterschiedlich bewertet werden, ob der Geschädigte mit dem Auto oder dem Fahrrad zur Arbeit fahre. Zwar besitze der Kläger noch zwei weitere Rennräder, diese seien jedoch nicht verkehrstauglich. Eine vorübergehende Umrüstung sei ihm nicht zuzumuten. Genauso wenig müsse er auf seine gewerblich genutzten Mietfahrzeuge zurückgreifen und mögliche Mieteinbußen hinnehmen. Um die Höhe der Ausfallentschädigung zu berechnen, müsse man sich an den üblichen Mietkosten für ein entsprechendes Fahrrad orientieren.

Informationen: www.anwaltauskunft.de

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Quelle:
Pressemitteilung Nr. 49/12 vom 6. Dezember 2012
Tipps des Monats der Deutschen Anwaltauskunft - Dezember 2012
Deutscher Anwaltverein (DAV)
Pressesprecher Swen Walentowski
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veröffentlicht im Schattenblick zum 13. Dezember 2012