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LATEINAMERIKA/245: Panama - Kampf gegen die Plastikflut (poonal)


poonal - Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen

Panama

Kampf gegen die Plastikflut


Panama will mit Jamaika und Kolumbien ein Projekt gegen Müllverschmutzung realisieren. Im Fokus steht dabei vor allem die Verschmutzung durch Einwegplastik.

(Panama-Stadt, 18. August 2023, prensa latina) - Die Regierungen von Panama, Kolumbien und Jamaika haben ein Projekt initiiert, um gemeinsam gegen die Verschmutzung durch Plastik vorzugehen. So verlautet es in einem offiziellen Dokument der drei Länder.

Nach Informationen des regionalen Büros des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) mit Sitz in Panama-Stadt sieht die Initiative Investitionen in Höhe von 42 Millionen US-Dollar vor. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft von Materialien in den Städten zu fördern.


Reduktion von Einwegplastik zentral

Daten der UNEP weisen darauf hin, dass es sich bei einem Drittel um Einwegplastik handelt. 32 Prozent verschmutzen danach Ökosysteme wie Böden, Süßgewässer oder das Meer. In letzterem landen 10 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr. Die Dreifachkrise des Planeten, die sich zusammensetzt aus Klimakrise, dem Verlust von Natur und Biodiversität sowie der Verschmutzung, wird dadurch nur verstärkt.

Das neue Projekt will das Problem nun an der Wurzel anpacken. Die UNEP informiert, dass sie zunächst die Produkte identifizieren werden, die besorgniserregende chemische Substanzen enthalten.

Im Falle von Panama verabschiedete man am 2. Dezember 2020 ein hilfreiches Gesetz: Paragraph 187 legt fest, dass Einwegplastik reduziert werden muss. Außerdem sollen diese Stück für Stück durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden.

Das Problem: Das Inkrafttreten dieses Gesetzes und weitere im Dekret 9 verzögert sich immer wieder. Erst im vergangenen Januar wurde ihm eine Verlängerung gewährt - aufgrund der Unzufriedenheit in industriellen Kreisen.


280 Tonnen Müll landen jeden Tag im Meer

Daher geht auch in Panama die Verschmutzung weiter. Jedes Jahr landen 102.229 Tonnen Müll im Meer, so die UNEP (2019). Das sind 280 Tonnen am Tag, so viel wie ein Flugzeug Airbus A380.

Berechnungen zufolge kommen 40 Prozent des Mülls, der jeden Tag gen Pazifik oder Atlantik transportiert wird, aus der Hauptstadt. Ein Großteil dieser etwa 700 Tonnen ist Plastik. Ein Stoff, für den die Natur etwa 400 Jahre braucht, bis sie ihn zersetzt hat.

Grund für die Vermüllung panamaischer Gewässer ist auch, dass die derzeitige Abfallwirtschaft lediglich auf das Einsammeln und Entsorgen fokussiert ist. Noch finden auf der Landenge keine Projekte statt, die sich auf die Reduzierung, Wiederverwendung, Recycling oder Energienutzung konzentrieren.


Übersetzung: Patricia Haensel


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veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 29. August 2023

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